Das Bruttoinlandsprodukt der 27 EU-Staaten ist 2007 auf fast 17 Billionen US-Dollar gestiegen. Damit ist die Europäische Union heute die größte Wirtschaftsregion der Welt und der größte wirtschaftliche Binnenmarkt. Die jetzt veröffentlichte Studie “European Attractiveness Scoreboard” (EAS) untersucht den europäischen Wirtschaftsraum. Die darin erhobenen Zahlen zeigen auf, wie sich Europa gegenüber Standorten wie den USA, Japan, China und Indien positioniert hat.

Die EAS-Studie erscheint jetzt das zweite Jahr in Folge. Sie wurde von den Standortmarketinggesellschaften Invest in Germany und Invest in France in Auftrag gegeben und von zwei führenden europäischen Wirtschaftshochschulen wissenschaftlich begleitet.

Die Untersuchungsergebnisse basieren auf mehr als sechzig objektiven wirtschaftlichen und branchenspezifischen Kennzahlen. Untersucht wurden die Vitalität des Marktes, das Arbeitskräftepotenzial, Forschung und Innovation sowie künftige Entwicklungsfähigkeit und Potenziale einzelner Sektoren. Die Studie wurde zusammen mit den führenden europäischen Wirtschaftshochschulen, der ESCP-EAP, Berlin, und der HEC School of Management, Paris, entwickelt und von den Professoren Herwig Haase (ESCP-EAP) und Michael Segalla (HEC) wissenschaftlich betreut.

Die Daten beziehen sich vor allem auf Europas Qualitäten als Standort für Hochtechnologie. Die EU verfügt über einen deutlich höheren Bestand an ausländischen Direktinvestitionen als alle anderen Märkte. Außerdem hat Europa wichtige Weichen zur Sicherung der eigenen Zukunftsfähigkeit gestellt. So sind heute mehr internationale Studierende an europäischen Universitäten eingeschrieben als etwa an Universitäten im US-amerikanischen Raum. Auf diese Weise werden bewusst Nachwuchstalente gefördert, um auch den künftigen Erfolg zu sichern.

Die jetzt veröffentlichte Studie geht über die Inhalte der ersten Ausgabe hinaus, da sie gezielt auf Schwerpunktbranchen eingeht sowie noch stärker volkswirtschaftliche Faktoren berücksichtigt. So ist Europa als einheitlicher Wirtschaftsraum der weltweit größte Markt für die Chemieindustrie, die erneuerbaren Energien sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien. Die EU zeichnet sich darüber hinaus durch ihre erfolgreiche Politik im Bereich der erneuerbaren Energien aus. Deren Ziel ist es, die negativen Folgen des Klimawandels abzuschwächen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Gerade im Bereich der erneuerbaren Energien bestehen große Kapazitäten. Dass die Branche besonders attraktiv für Investoren ist, belegt auch die Zahl der Direktinvestitionen: Die EU zieht in diesem Sektor mehr ausländische Direktinvestitionen an als alle anderen in der Studie betrachteten Regionen.

Die Perspektiven des Investitionsstandorts Europa werden das Thema einer Veranstaltungsreihe sein, die vom 6. bis 10. Oktober an der Westküste der USA stattfindet. Im Gespräch mit Vertretern aus der Wirtschaft und mit Wissenschaftlern der Universitäten Los Angeles, Stanford und Seattle werden die Leiter der Standortmarketinggesellschaften Frankreichs und Deutschlands auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen und künftige Potenziale innerhalb Europas eingehen.

“Europa zeichnet sich bereits heute in vielen Branchen aus, die für das künftige Wirtschaftswachstum wichtig sind. Das gilt insbesondere für die erneuerbaren Energien sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT). Die aktuelle Anzahl ausländischer Studierender in Europa bestätigt den Eindruck, dass Europa das erforderliche Arbeitskräftepotenzial besitzt, um künftigen Anforderungen begegnen zu können”, sagte Michael Pfeiffer, Geschäftsführer Invest in Germany, zum Auftakt der Veranstaltungsreihe.

Phillipe Favre, Vorstandsvorsitzender und Präsident von Invest in France, sagte: “Die EAS-Studie zeigt die enorme Attraktivität des europäischen Marktes ebenso wie seine Innovationsleistungen und Produktivität, die oft unterschätzt wird, wenn Daten verschiedener Länder verglichen werden. Die Größe des europäischen Marktes und seine Dynamik erklären Europas Erfolg als führender Investitionsstandort für FDI.”

Die Studie ist abrufbar unter: www.invest-in-germany.com

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