In den aktuellen Diskussionen bei ARD und ZDF sind im Zuge der Lehman-Brothers-Insolvenz Zertifikate in die öffentliche Kritik geraten. Lehman Brothers hatten auch in Deutschland Zertifikate emittiert und dementsprechend sind auch in der Bundesrepublik Anleger betroffen. In der aktuellen Berichterstattung steht derzeit in erster Linie die Struktur dieser Produkte unter Beschuss. Wir möchten uns als Herausgeber der ZERTIFIKATEWOCHE, einem Branchenblatt, zum einen nachdrücklich von dieser Argumentationslinie distanzieren.

Zum anderen möchten wir richtig stellen, dass nicht die Beschaffenheit des Produktes der Grund für die Verluste der Anleger ist, sondern die Insolvenz des Emittenten Lehman Brothers. Da Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind gibt es bei jedem Produkt ein sogenanntes Emittentenrisiko. Ob es sich um ein Anlageprodukte wie Garantiezertifikate oder ob es sich um spekulative Produkte wie Knock-Out-Zertifikate handelt, spielt dabei keine Rolle. Wenn es den Emittenten nicht mehr gibt, erleidet der Anleger einen Totalverlust. Das gilt auch, wenn das Zertifikat zum Beispiel einen 100-prozentigen Kapitalschutz hat. Denn auch dieser bezieht sich auf die Struktur und kommt logischerweise im Falle einer Insolvenz des Emittenten nicht zum Tragen. Die Auswüchse der Diskussionen hat unsere Redaktion in dem Artikel “Die Arroganz der Turbo-Medien”, der in der aktuellen Ausgabe der ZERTIFIKATEWOCHE vom 09. Oktober erschienen ist, zusammengefasst. Zudem wird in dem Artikel auch auf die Folgen der sachlich falschen Berichterstattung aufmerksam gemacht: “Die Lehman-Brothers-Pleite ist ohne Frage ein Schlag für die gesamte Branche. Der Schaden hätte sich jedoch in Grenzen halten können. Denn immerhin lag der Anteil von Lehman-Zertifikaten am gesamten deutschen Markt bei 0,1 %. Dank der aktuellen Diskussion wird eine Panikmache erzeugt, die unverhältnismäßig ist und das Image der gesamten Branchen nachhaltig beschädigen könnte. Dass ein anderer Ton angeschlagen wird, ist vorerst nicht zu erwarten. Das Thema Finanzkrise hat bei den Talkformaten Konjunktur.”

Hat Sie das interessiert? Lesen Sie auch diese Themen...

Fidelity: Sich abkühlende Wirtschaftslage spricht für Investitionen in Rohstoffe on July 3rd, 2008
Die weltweite Stagflationsentwicklung intensiviert sich, wie ein Blick auf die Investmentuhr von Fidelity International zeigt.

Kurse der Schiffsfonds steigen weiter on June 21st, 2008
Trotz der Fußball-Europameisterschaft, die Zeit und Aufmerksamkeit auf sich zieht, hat sich am Zweitmarkt der Fondsbörse Deutschland in Hamburg in dieser Woche viel getan.

Kabinett beschließt Gesetzentwurf zum weitgehenden Verbot ungedeckter Leerverkäufe on June 4th, 2010
Das Kabinett hat heute den Entwurf des Gesetzes zur Vorbeu­gung gegen missbräuchliche Wertpapier- und Derivategeschäfte beschlossen.

Zweitmarkt: Rund zwei Millionen Euro Wochenumsatz on October 17th, 2008
Am Zweitmarkt für geschlossene Fonds der Fondsbörse Deutschland in Hamburg wurden in dieser Woche Beteiligungen an 30 Fonds im Nominalwert von rund zwei Millionen Euro gehandelt.

Finanzkrise lähmt Emissionsgeschehen on October 6th, 2008
Die weltweite Finanzkrise hat das Emissionsgeschehen in Europa fast vollständig zum Erliegen gebracht.

Comments

One Response to “Neue Sachlichkeit in der aktuellen Diskussion um Zertifikate”

  1. Bedeutung der globalen Finanzkrise für Startups | TechBanger.de on Oktober 10th, 2008 11:01

    [...] interessiert, dürfte inzwischen mitbekommen haben (vielleicht weil ihm sein Bankberater zum Kauf von Lehman Zertifikaten geraten hat), dass eine globale Finanzkrise existiert. Mittlerweile ist klar, [...]

Leave a Reply