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10
Die deutschen Dienstleistungsunternehmen beurteilen ihre Geschäftsaussichten für die kommenden 12 Monate deutlich pessimistischer als noch im Frühjahr. Ursachen dafür sind die globale Finanzmarktkrise und zunehmende Befürchtungen, dass es zu einem länger anhaltenden Konjunkturabschwung in Deutschland kommen könnte. Das hat die aktuelle KPMG-Herbstumfrage zu den Geschäftsaussichten ergeben, für die rund 500 deutsche Serviceunternehmen befragt wurden. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass die Dienstleister hierzulande binnen Jahresfrist einen Abbau von Arbeitsplätzen planen. Allerdings dürften die Einkaufs- und Angebotspreise in den kommenden zwölf Monaten deutlich langsamer steigen als zum jetzigen Zeitpunkt.
Die befragten Dienstleister prognostizieren für die kommenden zwölf Monate eine äußerst schwache Geschäfts- und Erlösentwicklung. Die entsprechenden Umfragewerte sackten bei diesem Punkt auf den tiefsten Stand seit Beginn der Umfrage im April 2006 ab. Der Saldo “Geschäftsaktivität” zeigt mit einem Wert von aktuell 0.0, dass genauso viele Befragte mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage wie mit einer Verschlechterung rechnen (jeweils 27.7%). Im Frühjahr hatte dieser Saldo mit +33.3 noch großen Optimismus signalisiert.
Die Optimisten sind davon überzeugt, dass die Einführung neuer Services und geplante Akquisitionen kräftige Erlössteigerungen nach sich ziehen werden. Unternehmen mit negativen Erwartungen begründen ihren Pessimismus mit den gedämpften globalen Konjunkturaussichten im Zuge der anhaltenden Finanzmarktkrise.
Gewinnerwartungen nach unten korrigiert
Wie die Umfrage weiter ergab, gehen die Branchenakteure binnen Jahresfrist von einem rückläufigen Auftragseingang aus. Nach unten geschraubt wurden auch die Gewinnerwartungen: So dürften sich Preisnachlässe zur Aufrechterhaltung der Marktanteile und zur Ankurbelung der Nachfrage vor dem Hintergrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage negativ auf die operativen Margen auswirken. Folglich rechnen fast drei Mal so viele Umfrageteilnehmer (42%) mit einem Rückgang der Profite wie mit einem Anstieg (15%). Aufgrund der pessimistischen Gewinn- und Auftragserwartungen kippten die Beschäftigungsperspektiven erstmals seit Umfragebeginn im April 2006 ins Negative. Darüber hinaus veranschlagen die Firmen niedrigere Investitionen, worauf ein deutlicher Rückgang des Saldos von +4.5 im April 2008 auf -20.9 im Oktober 2008 hinweist. Gekürzt werden sollen vor allem Investitionen abseits der Kernbereiche.
KPMG-Chefökonom Andrew Smith: “Die globale Finanzmarktkrise hat dem Geschäftsklima im deutschen Dienstleistungssektor einen kräftigen Dämpfer versetzt. Die deutlich reduzierten Kosten- und Preissteigerungsprognosen sind ein Hinweis darauf, dass sich die Inflationsgefahr in der Eurozone rasch verflüchtigen dürfte.”
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