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Vertrauen in Banken unter den vermögenden Anlegern schlecht wie nie

64 Prozent der Spitzenverdiener haben kein Vertrauen mehr in die Banken. Von 41 Bankinstituten haben 30 an Vertrauen bei den Anlegern eingebüßt. Dies belegt die aktuelle Studienwelle des German Wealth Monitors (GWM) des Instituts für Markencontrolling BrandControl. Die vermögenden Anleger ziehen erste Konsequenzen: Jeder Vierte von ihnen gibt an, aufgrund der Finanzkrise sein Anlageverhalten ändern zu wollen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Befragten, deren persönliches Vertrauen in die Banken „sehr erschüttert“ bis „etwas erschüttert“ ist, von 43 auf 64 Prozent gestiegen. „Dieser enorme Vertrauensverlust lässt sich klar auf die mangelhafte Kommunikation der Banken in der Krise zurückführen. Es liegt nun an den Instituten, dieses Vertrauen mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen wieder aufzubauen“, kommentiert Dr. Harald Jossé, Geschäftsführer BrandControl, das Ergebnis.

Der Vertrauensverlust fällt besonders hoch für die deutschen Landesbanken aus. Auf einer Skala von 1 für „volles Vertrauen“ bis 9 für „gar kein Vertrauen“ erreicht die Sachsen Bank mit einem Durchschnitt von 5,8 den schlechtesten Vertrauenswert. Bei den vier deutschen Großbanken stürzt die Hypo Vereinsbank von 4,1 auf durchschnittlich 4,7 Punkte ab. Auch die Dresdner Bank verliert: Das Vertrauen fällt um 0,3 Punkte auf 4,3. „Dies ist zurückzuführen auf die negative Berichterstattung über diese Banken in der Presse. Wenn die Darstellung der Banken in den Medien wieder positiv ist, kann auch das Vertrauen zurückgewonnen werden“, so ein Analyst von BrandControl. Bei den kleineren deutschen Privatbanken und den ausländischen Banken weisen vor allem die Quirin Bank mit 5,2 Punkten und die Fortis Bank mit 5,1 Punkten auffällig schlechte Werte auf.

Das größte Vertrauen setzen die vermögenden Anleger nach wie vor in die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Mit Vertrauenswerten von 3,2 bzw. 3,1 Punkten setzen sich diese deutlich von den anderen Instituten ab.

Die Spitzenverdiener reagieren: Ihr Anlageverhalten ändert sich. Der Anteil an gehaltenen Aktien und Wertpapieren geht von 60 auf knapp 50 Prozent zurück. Sichere Geldanlagen werden gegenüber risikoreicheren und renditeträchtigeren Anlagen bevorzugt. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese Anteile von 31 auf 41 Prozent gestiegen. Zudem verwalten vermögende Anleger ihr Geld zunehmend selbst. Fast 37 Prozent von ihnen verzichten auf den Rat von Fachleuten. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 10 Prozentpunkten. „Die Banken sollten auf die neuen Kundenbedürfnisse, wie erhöhte Sicherheit, mit einer transparenten und aufrichtigen Kommunikation eingehen. Nur so können sie sich vor den negativen Folgen der Finanzkrise schützen“, stellt Jossé fest.

Die aktuellen Analysedaten von BrandControl ermöglichen den Banken Lösungsansätze zu entwickeln, um das verlorene Vertrauen der Anleger wieder aufzubauen. Die Studie deckt Schwachstellen in der Kommunikation der Banken auf. Gemeinsam mit ihren Werbe- und PR-Agenturen können Banken diese beheben, sich langfristig neue Ziele setzen und deren Realisierung anhand der GWM-Daten kontinuierlich überprüfen.

Das Frankfurter Institut für Marketingcontrolling BrandControl befragt seit August 2006 zweimal jährlich 1000 Spitzenverdiener der Top drei Prozent der Einkommenspyramide, die über mindestens 100.000 Euro Jahreseinkommen verfügen und damit zur Zielgruppe des Private Banking und Wealth Management zählen. Neben dem Anlageverhalten und der Mediennutzung dieser Personen werden vor allem die Einstellungen zu den Banken, deren Reputation und das Vertrauen der Anleger in die verschiedenen Institute erfasst.