2

Online-Banking: Kunden entdecken die Kapitalanlage via Internet

Immer mehr Nutzer von Online-Konten finden Gefallen an Anwendungen, die über einfache Verwaltungsfunktionen, wie Inlandsüberweisungen und Daueraufträge, hinausgehen. So liegt der Anteil der Online-Banking-Kunden, die im Internet Kapitalanlagen wie Tages- oder Festgeld abschließen, bereits bei 57 Prozent. Dies entspricht einem Zuwachs von knapp 20 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2007. Damit gehört der Abschluss von Kapitalanlagen zu den wachstumstärksten Bankgeschäften im Internet. Dies ergab die Trendstudie Bankpräferenzen des Consulting- und Softwarehauses PPI AG in Kooperation mit handelsblatt.com und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung.

Tipp:  Risikoarme Anlagen wie Festgeld

Zusätzlich planen weitere 14 Prozent der Befragten, Kapitalanlagen künftig verstärkt über das Internet abzuschließen. Der Nachfragezuwachs ist vor allem auf die Finanzmarktkrise zurückzuführen. Viele Kunden reagieren darauf, indem sie ihr Geld in risikoarme Anlagen wie Festgeld investieren. Vor allem die Autobanken haben derzeit Schwierigkeiten, dem Kundenansturm auf ihren Web-Seiten Herr zu werden. Festgeldangebote mit mehr als fünf Prozent Verzinsung lockten Millionen Kunden auf die Web-Seiten der Hersteller. Um den Antragsprozess zu erleichtern, ermöglichen inzwischen viele Institute das Selbstausfüllen des Sparvertrages im PDF-Format am heimischen PC.

Finanzierungsgeschäfte haben im Internet hingegen mit einem deutlich schwierigeren Marktumfeld zu kämpfen. Zwar hat sich der Anteil der Nutzer sei 2007 von rund sieben Prozent auf fast 17 Prozent mehr als verdoppelt. Doch die weiteren Wachstumsaussichten sind getrübt. Denn obwohl fast jede Bank über ein entsprechendes Online-Angebot verfügt, planen zwei Drittel der Befragten auch in Zukunft keine Nutzung von Finanzierungsgeschäften über das Internet. Haupthinderungsgrund: Die persönliche Beratung durch einen Fachmann wird etwa dem Ausfüllen eines Online-Darlehensvertrags immer noch deutlich vorgezogen. Banken sollten daher genau prüfen, welche Produkte gezielt für den Online-Vertrieb vorzusehen sind, und welche Produkte sich eher für den Verkauf in der Filiale eignen.

Hintergrundinformationen Die Studie „Bankpräferenzen 2008“ stellt die Ergebnisse einer Online-Befragung dar, die im Auftrag von PPI in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung und Handelsblatt.com durchgeführt wurde. An der Befragung haben 859 Endverbraucher teilgenommen. Befragungszeitraum: 6. bis 27. Oktober 2008.