Apr
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“Schwierige Zeiten erfordern neues Denken”, sagte der Generalsekretär des Weltverkehrsforums (International Transport Forum – ITF) Jack Short am Freitag in Berlin, denn im Zeichen der Wirtschaftskrise sehe sich das globale Verkehrssystem heute grossen Herausforderungen gegenüber. Gleichzeitig eröffneten sich aber auch Chancen für einen nachhaltigen Wandel, so Short weiter. Gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und dem türkischen Verkehrsminister Binali Yildirim stellte der Generalsekretär das Programm des diesjährigen Weltverkehrsforums vor, das unter dem Motto “Verkehr für eine globale Wirtschaft: Herausforderungen & Chancen in der Wirtschaftskrise” vom 26. bis 29. Mai 2009 in Leipzig stattfinden wird.
Minister Tiefensee bekräftigte: “In der globalisierten Welt kommt es ganz besonders darauf an, dass die Nationalstaaten sich vernetzen und zusammenarbeiten. Die Finanzkrise hat dies in Besorgnis erregendem Masse verdeutlicht. Der aktuelle Konjunktureinbruch schlägt sich auch in zurückgehenden Frachtaufkommen und damit auch in der bisherigen Wachstums- und Erfolgsbranche Verkehr und Logistik nieder. Das Weltverkehrsforum bietet für den Verkehrssektor eine einzigartige Möglichkeit, Handlungskonzepte zu diskutieren. Denn: Wir wollen uns von den Veränderungen nicht treiben lassen, sondern sie gemeinsam gestalten.”
Als Präsident des Forums 2009 war auch der türkische Verkehrsminister Yildirim nach Berlin gekommen. “Zweifellos ist die Transportbranche als entscheidendem Akteur der Weltwirtschaft vom derzeitigen Abschwung besonders hart getroffen. Als Weltverkehrsforum sollten wir Lehren aus der gegenwärtigen Krise ziehen und der Branche als Leitbild für das Entwerfen und Implementieren notwendiger Massnahmen dienen, um die aktuellen Herausforderungen zu bestehen. Als Präsident des diesjährigen Forums, das Akteure der Branche mit politischen Entscheidern zusammenbringt, glauben wir, dass das Forum eine gute Gelegenheit ist, gemeinschaftlich Lösungsansätze und Verpflichtungen zur Überwindung der Krise einzugehen.” Selbst vor dem schwierigen Hintergrund bestünden neue Chancen für positives Handeln, ergänzte Short. “Sicher ist, dass sich der internationale Handel wieder beleben wird – die Frage ist nicht ob, sondern wie und wann dies geschieht.”
Um den wirtschaftlichen Aufschwung in Gang zu setzen, nutzten Regierungen rund um die Welt alle ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente. Vielfach zeigten sich in nationalen Volkswirtschaften bereits erste Ergebnisse. “Der Verkehrssektor kann und wird eine wichtige Rolle in diesen Konjunkturpaketen spielen”, zeigten sich Generalsekretär, Gastgeber und Präsident des Weltverkehrsforums gleichermassen überzeugt. “Dabei sollten die Massnahmen zur wirtschaftlichen Erholung auch zu einem grundlegenden Überdenken von Verkehrsprogrammen führen, um der globalen Mobilität im 21. Jahrhundert den Weg zu bereiten.” Ein effizienter gestaltetes Verkehrswesen könne einen erheblichen Beitrag zur Ankurbelung des Wachstums und des Vertrauens in die Weltwirtschaft leisten. Protektionistische und rein nationale Antworten auf die Krise dürften das Problem dagegen mittelfristig eher verschärfen. Deshalb müssten internationale Lösungen gefunden werden. “Das Forum 2009 in Leipzig bietet die Chance, an diesem gemeinsamen Anstoss zur Veränderung mitzuwirken.”
Neben den Ministern der Mitgliedstaaten werden beim diesjährigen Forum in Leipzig u.a. der Wirtschaftswissenschaftler und Autor Jacques Attali und der Vizepräsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani zu den Gästen sprechen. An den Panels und Workshops nehmen u.a. die CEOs Peter Bakker, TNT, Tim Clark, Emirates, Stélios Hagji-Ioannou, Easyjet, Joachim Hunold, Air Berlin, Leif Östling, Scania, Scott Price, DHL Europe sowie Ron Widdows, NOL, teil.
Das Weltverkehrsforum bringt 52 Verkehrsminister zusammen. Die weltweite, überstaatliche Organisation ist eine einzigartige Plattform, auf der über die entscheidende, heutige und künftige Rolle des Verkehrssektors strategisch nachgedacht wird. Gemeinsam mit führenden Vertretern von Regierungen, Industrie und Wissenschaft bietet das Forum in diesem Jahr die Gelegenheit, einige der drängenden Fragen zu analysieren, die sich aufgrund der volatilen globalen Entwicklung stellen.
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