Der deutsche Mittelstand rechnet nach der Bundestagswahl mehrheitlich mit einer steigenden Steuerbelastung. Einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge befürchten knapp zwei von drei mittelständischen Unternehmen, dass die nächste Bundesregierung die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten einschränkt. Mit Steuererleichterungen bei der Unternehmensfinanzierung rechnet demgegenüber nur gut jeder dritte Befragte (36 Prozent).

Doch auch bei Privatpersonen wird der Staat nach Einschätzung der Mittelständler die Steuerschraube fester anziehen. Von einer Anhebung des Spitzensteuersatzes gehen 50 Prozent aus, während sogar knapp 60 Prozent eine Mehrwertsteuererhöhung erwarten. An eine allgemeine steuerliche Entlastung von Unternehmen und Bürgern glauben demgegenüber gerade einmal acht Prozent der Befragten.

“Der Mittelstand nimmt beim Thema Steuerpolitik mittlerweile eine desillusionierte, beinahe schon fatalistische Erwartungshaltung ein. Mehr noch als für die direkte Steuerbelastung gilt dies für die immer wieder von der Politik angekündigte Entbürokratisierung und Vereinfachung des Systems”, kommentiert Prof. Norbert Winkeljohann, Mitglied des PwC-Vorstands und Leiter des Bereichs Mittelstand.

So rechnen gerade einmal vier Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen mit transparenteren und weniger komplexen Steuervorschriften nach der Wahl. Zudem sprechen fast 60 Prozent der Politik sogar das Interesse an einer Steuervereinfachung ab.

Für die Studie “Komplexität und Rechtsunsicherheit – Das deutsche Steuersystem aus Sicht des Mittelstands” wurden 205 mittelständische Unternehmen mit Jahreserlösen von mehr als zehn Millionen Euro befragt. Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Mittelständler ist ausschließlich in Deutschland aktiv.

Steuern sind vor allem zu kompliziert

Zwar bewerten gut vier von fünf Unternehmen (81 Prozent) den wachsenden Finanzbedarf des Staates und entsprechend steigende Steuern als ein großes bzw. sehr großes Problem für den Mittelstand. Die mit 88 Prozent meist genannte Herausforderung ist jedoch die “Kompliziertheit des Steuersystems”. Entsprechend stimmen jeweils 92 Prozent den Aussagen zu, dass die Komplexität des Steuersystems “unnötig viel Geld kostet” und das Steuersystem “radikal vereinfacht” werden müsste.

Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt aus Sicht vieler mittelständischer Unternehmen ist die mangelnde Rechtssicherheit. Gut sechs von zehn Befragten halten nicht vorhersehbare Änderungen der Steuergesetzgebung für ein großes bzw. sehr großes Problem für den Mittelstand. Der Aussage “Man kann nicht sicher sein, dass Entscheidungen der Finanzbehörden auch morgen noch gelten”, stimmen fast drei von vier Befragten (73 Prozent) zu. Konkret befürchtet immerhin mehr als jedes fünfte Unternehmen, dass die steuerliche Anerkennung von Verlustzuweisungen nach der Wahl rückwirkend weiter eingeschränkt wird.

Auf die Standortwahl wirken sich die von den Unternehmen wahrgenommenen Defizite des deutschen Steuersystems bislang allerdings kaum aus. Zwar sieht gut jeder dritte Befragte gravierende Nachteile im internationalen Wettbewerb auf Grund des deutschen Steuersystems, aber nur jeder zehnte Mittelständler stimmt der Aussage zu, dass man den Ungerechtigkeiten im Steuersystem nur durch eine Verlagerung von Unternehmensteilen ins Ausland entgehen könnte.

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Comments

One Response to “Mittelstand rechnet mit Steuererhöhung nach der Wahl”

  1. Bernardy on September 17th, 2009 09:07

    Liebe Leser,

    Deutschland brennt und wir sind alle dafür verantwortlich es zu löschen. Deshalb bitte ich Euch, den nachfolgenden „Offenen Brief“ an Ihre Bekannten und Freunde weiterzuleiten.

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Berlin.

    Klaus-Peter

    OFFENER BRIEF

    In Deutschland brennt es!

    Sehr geehrter Herr Minister Horst Seehofer,

    mein Name ist Klaus-Peter #########. Ich bin 68 Jahre alt und habe als eingeschlossener Westberliner alle Facetten einer Roten Regierung erlebt.

    Aus aktuellem Anlass und der Gefahr einer Wiederholung, versuche ich mit meinem Beitrag auf der Seite:

    http://www.lehrfilme.eu/wahl/bundestagswahl.htm

    gegenzusteuern und würde mich freuen wenn auch Ihre Presseabteilung hieraus nutzen ziehen kann.

    Für ein paar Zeilen bedanke ich mich im Voraus und verleibe

    mit freundlichen Grüßen

    Klaus-Peter ########
    ##########. 27
    D-##### Berlin

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