Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind mit über 500 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner Spitzenreiter im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bilden bei den Flächenbundesländern die Schlusslichter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Beratungsinstituts Georg & Ottenströer aus Hamburg.

Spitzenreiter unter den großen Städten; Nürnberg, Bremen und Leipzig: München und andere Metropolen in Deutschland haben eine geringe Flächenausstattung im Lebensmitteleinzelhandel. So bieten die Münchner Lebensmittelgeschäfte in Summe aktuell etwa 420.000 m² Verkaufsfläche oder 320 m² je 1.000 Einwohner an. Die Schlusslichter bei den 13 Großstädten Deutschlands mit über 500.000 Einwohnern bilden Stuttgart und Düsseldorf mit 260 bzw. 290 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner. Köln und Hamburg liegen wie die bayrische Landeshauptstadt bei etwa 320 m² und Berlin bei 340 m². Spitzenreiter unter den deutschen Großstädten in Bezug auf die Ausstattung im Lebensmitteleinzelhandel sind Leipzig und Bremen mit 400 m² sowie Nürnberg mit sogar 430 m² Verkaufsfläche je 1.000 Einwohner.

Kleine und mittlere Städte mit höherem Flächenversorgungsgrad: Deutschland verfügt insgesamt über etwa 34 Mio. m² an Verkaufsfläche in Lebensmittelgeschäften wie Supermärkte, Verbrauchermärkte, Discounter und SB-Warenhäuser. Das entspricht im Bundesdurchschnitt etwa 420 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner. Nach Städtegrößen betrachtet, zeigt sich, dass die kleineren bis mittleren Städte bis 50.000 Einwohner mit über 500 m² pro 1.000 Einwohner überdurchschnittlich mit Lebensmitteleinzelhandelsflächen versorgt sind. Demgegenüber sind einerseits Großstädte über 500.000 Einwohner und andererseits ländliche Räume unterdurchschnittlich ausgestattet. Gerade der großflächige Lebensmitteleinzelhandel mit Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern wie z.B. real, Globus, Toom, Kaufland, Famila und Marktkauf sind in den Großstädten relativ selten vertreten. Erklärt werden kann dies durch mangelnde Flächenverfügbarkeit, teilweise restriktivere Genehmigungspraxis und mit hohen Immobilien-/ Mietpreisen.

Discounter ebenfalls sehr stark im Osten:

In der Studie wird auch das regionale Flächenangebot der Discounter wie Aldi, Lidl, Penny, Plus, Norma und andere preisaggressive Lebensmittelhändler aufgezeigt. Im Bundesdurchschnitt fallen 145 m² Discounter-Verkaufsfläche auf 1.000 Einwohner. Das entspricht einem Flächenanteil von etwa 35% am gesamten Lebensmitteleinzelhandel. Bei den Discountern ist die Dichte in Ostdeutschland ebenfalls sehr viel höher als im Süden und Westen Deutschlands. Sachsen-Anhalt ist mit 250 m² Lebensmittel-Discounter-Fläche pro 1.000 Einwohner Spitzenreiter während Hessen mit 115 m² und Baden-Württemberg mit 120 m² bei den Flächenländern Nachholbedarf verzeichnen. Bei den größten Städten Deutschlands wird München mit etwa 105 m² pro 1.000 Einwohnern im Niedrigpreissegment nur noch von Stuttgart mit knapp 100 m² Discounter-Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner unterboten. Für Hamburg, Köln und Berlin liegen diese Werte mit 120, 125 bzw. 140 m² ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt. Dresden ist mit 170 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner am stärksten mit Discountern ausgestattet.

Aufgrund ihrer Studienergebnisse vermuten die Hamburger Einzelhandelsspezialisten, dass es in manchen Metropolen tatsächlich noch erhebliche Marktlücken gibt, während gerade in den mittelgroßen Städten mit stark überdurchschnittlicher Flächenausstattung mit einer weitergehenden Verdrängung traditioneller Lebensmittelgeschäfte gerechnet werden muss.

Die kürzlich erschienene Studie “Lebensmitteleinzelhandels-Atlas 2009″ stellt den Versorgungsgrad mit Lebensmitteleinzelhandel für alle Städte und Regionen in Deutschland dar. Hierbei wurden für alle Bundesländer, Stadt- und Landkreise sowie alle 1.500 Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern die Verkaufsflächen von über 30.000 Lebensmittelgeschäften erfasst. Weitere Informationen zur Studie sind unter www.georg-ic.de erhältlich.

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