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Studie: Private-Equity-Anleger wenden sich verstärkt den Schwellenländern zu

Auf der Suche nach neuen Wachstumsmärkten wenden sich Private-Equity-Anleger verstärkt den Schwellenländern zu (Emerging Market Private Equity, EM PE). Wie die neueste „EMPEA/Coller Capital Emerging Markets Private Equity Survey“ hervorhebt, sind institutionelle Anleger der Meinung, dass Schwellenländer attraktive Anlagemöglichkeiten für Private-Equity-Investoren bieten:

   - Mehr als die Hälfte (57%) aller Limited Partners (LPs), die 
     derzeit in EM PE investiert, plant weitere  Investitionen in 
     diesem Marktsegment innerhalb der nächsten zwei Jahre.
   - Es ist zu erwarten, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre der 
     Anteil von EM PE an den Gesamtportfolios der LPs von derzeit 
     rund 6-10% auf etwa 11-15% ansteigen wird.
   - Mehr als drei Viertel (77%) aller LPs erwarten eine jährliche 
     Nettorendite von mehr als 16% von ihrem EM PE Portfolio. Im 
     Vergleich dazu erwarten lediglich 29% aller LPs eine 
     vergleichbare Nettorendite von ihrem weltweiten PE Portfolio.
   - Im Vergleich mit börsennotierten Anlagemöglichkeiten in 
     Schwellenländern zeigten sich fast drei Viertel (70%) aller LPs 
     "zufrieden" oder "sehr zufrieden" mit der erzielten Rendite 
     ihres EM PE Portfolios.
   - 61% aller LPs zufolge werden Interessenkonflikte zwischen 
     General Partners und LPs in Schwellenländern ebenso gut 
     gehandhabt wie in Industriestaaten. 23% aller LPs sind sogar der
     Ansicht, dass solche Interessenkonflikte in Schwellenländern 
     besser gehandhabt werden.

„Starkes Wachstum macht einen Markt sehr attraktiv für Investoren. Wenn es darum geht, eine hohe Rendite zu erzielen, spielt Wachstum eine wesentlich wichtigere Rolle als Leverage“, erklärt Sarah Alexander, President und CEO der Emerging Markets Private Equity Association (EMPEA). „LPs sind der Ansicht, dass sie zusammen mit erfahrenen Fondsmanagern von diesen Wachstumschancen profitieren und gleichzeitig das Risiko minimieren können.“

Erwin Roex, Partner bei Coller Capital, ist ebenfalls der Meinung, dass „Investoren ihren Anteil an EM PE weiterhin erhöhen werden. Wieso? Es liegt daran, dass LPs von EM PE Fonds eine bessere Rendite erwarten als von Private-Equity-Fonds, welche auf Industriestaaten fokussiert sind. Hinzu kommt, dass Interessenkonflikte in Schwellenländern mindestens genauso gut gehandhabt werden wie in Industriestaaten.“

Lediglich 11% aller Investoren beabsichtigen, weniger in EM PE zu investieren – diese Zahl betrug im Vorjahr noch 38%. Liquiditätsprobleme und ein zu hoher Portfolioanteil von Private Equity wurden als häufigste Gründe für eine solche Entscheidung genannt.

China, Brasilien und Indien gelten in Anlegerkreisen nach wie vor als die attraktivsten Märkte. Danach sind Schwellenländer in Asien (Vietnam, Indonesien und Thailand) die Investorenlieblinge. Sarah Alexander kommentiert: „Erfahrene Investoren haben sich bis jetzt hauptsächlich auf China und Indien konzentriert. Jetzt sind sie auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten und sehen diese in Märkten, die bezüglich Private Equity bisher weniger entwickelt sind.“

„Unter den Schwellenländern scheint Brasilien weiterhin für neue Investoren am attraktivsten zu sein. Fast jeder fünfte Investor mit Erfahrung in Schwellenländern plant, zukünftig in Brasilien zu investieren“, betont Erwin Roex.