Die gegenwärtige Schuldenkrise, staatliche Sparpakete und die anhaltende Talfahrt des Euro haben den deutschen Konjunkturmotor bisher nicht bremsen können. Die Industrie verzeichnete auch im Juni ein anhaltend robustes Wachstum. Das belegt der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der mit 58,4 Punkten exakt auf dem Niveau des Vormonats notiert. “Trotz des positiven Konjunkturverlaufs beobachten wir die stark gestiegenen Einkaufspreise mit Sorge. Hier wird viel davon abhängen, ob sich Stahl und Industriemetalle weiter verteuern”, kommentierte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag die aktuelle EMI-Statistik.

“Bei dem erreichten hohen Niveau des EMI ist Vorsicht geboten. Weitere Anstiege sind eher unwahrscheinlich”, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), am Freitag dem BME in einer ersten Bewertung der jüngsten EMI-Zahlen. Die Konjunkturdynamik werde voraussichtlich im Laufe des Jahres etwas nachlassen.

Der Teilindex Leistung kletterte im Juni von zuvor 59,2 auf 60,3 Zähler. Sowohl Global Player als auch KMU verzeichneten erneut ein hohes Plus an Neuaufträgen. Die Verteuerung von Stahl ließ die Einkaufspreise (65,2 im Juni nach 71,6 im Mai) weiter steigen. Der dritte Beschäftigungsaufbau in Folge fiel mit 53,0 (Mai: 52,2) Punkten so stark aus wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Der “Markit/BME-Einkaufsmanager-Index” (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, London, erstellt. Der Index beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland. Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (PMI).

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