Die Auftragseingänge in der Industrie sind vorläufigen Angaben zufolge [1] im Juli preis- und saisonbereinigt [2] um 2,2 % zurückgegangen. Im Vormonat waren sie – gestützt durch umfangreiche Großaufträge im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus, der insbesondere Schiffe, Flug- und Schienenfahrzeuge umfasst – aufwärts revidiert kräftig angestiegen (+3,6 %). Im aktuellen Monat wurde das Gesamtergebnis demgegenüber durch deutlich unterdurchschnittliche Großaufträge gedämpft. Dies wirkte sich auf die Bestellungen bei den Herstellern von Investitionsgütern aus, die um 5,5 % zurückgingen. Die Auftragseingänge bei den Vorleistungsgüterproduzenten erhöhten sich dagegen um 2,5 %. Die Hersteller von Konsumgütern verbuchten ein Auftragsminus von 1,0 %. Ohne den sonstigen Fahrzeugbau war in der Industrie insgesamt ein Zuwachs an Bestellungen um
0,6 % zu verzeichnen. Während die Auslandsnachfrage nach industriellen Erzeugnissen zuletzt deutlich um 3,7 % nachgab, schwächte sich die Inlandsnachfrage nur leicht um 0,3 % ab.

Im Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai, der den grundlegenden Trend besser widerspiegelt, erhöhte sich das Auftragsvolumen in der Industrie saisonbereinigt um +2,4 % weiter deutlich. Maßgeblich hierfür war der kräftige Zuwachs bei den Auslandsbestellungen um 4,7 %, während die Auftragseingänge aus dem Inland leicht um 0,3 % zurückgingen. Die Hersteller von Investitionsgütern verzeichneten mit +4,2 % das deutlichste Auftragsplus, während sich im Bereich der Vorleistungsgüterproduzenten die Bestelltätigkeit kaum veränderte (+0,1 %). Das Ordervolumen der Konsumgüterproduzenten legte um 1,7 % zu.

Ihren Vorjahresstand überschritten die Industrieaufträge im Juni/Juli kalenderbereinigt um 21,2 %. Die Auftragseingänge aus dem Inland überschritten dabei das Vorjahresniveau um 14,6 %, die Auslandsbestellungen lagen um 27,0 % höher.

Die derzeit kräftigen Nachfrageschwankungen sind vor allem auf die Entwicklung der Großaufträge im Bereich der Investitionsgütersektoren zurückzuführen. In der Tendenz ist die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen dagegen weiter aufwärts gerichtet. Das Wachstum der Bestellungen schwächte sich nach der außergewöhnlich starken Bestelldynamik im Frühjahr dieses Jahres allerdings weiter ab.

[1] Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank.
[2] Verfahren Census X-12-ARIMA.

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