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Tagesgeldindex im März 2017: Inflation frisst Sparzins

Während die Inflationsrate im Februar 2017 mit 2,20 % den höchsten Stand seit 2011 erreichte, sank der Zinssatz für Sparer weiter ab. Zum Stichtag 1. März 2017 ließen sich mit einem durchschnittlichen Tagesgeld lediglich Zinsen von 0,21 % erzielen – ein Minus von 4,55 % zum Vormonat. Im Vergleich mit dem Stand vor 12 Monaten verlor der Sparzins rund 43,2 %. Zu diesem Ergebnis kam aktuell der Tagesgeldindex von Tagesgeldvergleich.net. Das Fachportal erhebt für Index monatlich die Neukunden-Zinsen von 122 Tagesgeldern – jeweils für Einlagen von 5.000 und 50.000 Euro.

Kurswechsel angeraten

Eine bittere Entwicklung für Sparer, da eine positive Realrendite mit klassischen Sparanlagen inzwischen praktisch ausgeschlossen ist. Wird der durchschnittliche Tagesgeldzins im Februar (0,22 %) mit der Inflationsrate von 2,20 % verrechnet, erzielen Sparer eine negative Rendite von -1,98 %. Selbst mit den bestverzinsten Tagesgeldern (ca. 1,00 %) lässt sich das rettende Ufer nicht erreichen. „Wir gehen davon aus, dass die Jahresinflation 2017 sich um die 2,00 % einpegelt“, erklärt Daniel Franke von Tagesgeldvergleich.net.

Ärgerlich für Sparer: Die kurzfristige Zinswende bleibt aus, obwohl sich die Inflationsrate auch in der Euro-Zone dem avisierten Ziel von 2,00 % schnell nähert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotzdem an ihrem Niedrigzins-Kurs fest. Erst kürzlich bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi, dass der Anstieg der Inflationsrate primär ölpreisbedingt sei. Wichtige Kernwerte zögen indes nur zögerlich nach.

„Vielleicht sollte die EZB nicht verkennen, dass der Ölpreis in letzter Zeit vergleichsweise niedrig lag. Wir bewegen uns jetzt eher zurück in übliche Regionen“, gibt Daniel Franke zu bedenken. „Steigt die Inflationsrate weiter, täte die EZB gut daran, einen Kurswechsel voranzutreiben. Sonst verliert sie das Vertrauen vieler Bürger. Hinsichtlich eines einheitlichen Europas ohnehin ein rares Gut.“

Spareinlagen steigen

Trotz der Niedrigzinsen legen die Deutschen weiter viel Geld auf die hohe Kante. Zuletzt kletterte das Neugeschäft der Banken mit täglich fälligen Einlagen auf rund 1,222 Billionen Euro. Ein historisches Hoch. Seit einem Jahr hält hier der Aufwärtstrend. Einen Rückgang verzeichnete die Bundesbank zuletzt im März 2016.

Zinsentwicklung in den letzten 12 Monaten*

April 2016 – 0,36%
Mai 2016 – 0,35%
Juni 2016 – 0,33%
Juli 2016 – 0,32%
August 2016 – 0,29%
September 2016 – 0,27%
Oktober 2016 – 0,26%
November 2016 – 0,25%
Dezember 2017 – 0,24%
Januar 2017 – 0,23%
Februar 2017 – 0,22%
März 2017 – 0,21%

((Quelle: Tagesgeldvergleich.net – * >120 Tagesgelder, Erhebung für Einlagen von 5.000 Euro))